Travemünder Woche 2011Vor gut einem Monat rief uns die Kieler Förde, diesmal war es die Lübecker Bucht. Nach der Kieler Woche ist die Travemünder Woche – die in diesem Jahr ihr 122. Jubiläum feierte – die zweitgrößte Regattaserie der Welt.

Die Hälfte der hessischen Wasserwachtler reiste pünktlich zum Start der Travemünder Woche am Freitag an, der Rest kam erst am Montag nach, da sonntags in Frankfurt noch der Ironman anstand. Unzählige Staus verzögerten die Ankunft des Vorkommandos mit dem Motorrettungsboot Hessen 1 an der Ostsee, bis wir endlich nach 12 Stunden Fahrt gegen 22 Uhr in Travemünde ankamen. Fix noch das Boot slippen und in den Hafen der Seemannsschule und dann gleich ab ins Bett, denn am nächsten Tag hieß es um 6.30 Uhr aufstehen.

 

Das erste Wochenende begrüßte uns nicht mit Sturm und Regen. Samstags nach zahlreichen Startverschiebungen klar, dass alle Wettfahrten für diesen Tag gestrichen wurden. Und der Sonntag fing auch nicht viel besser an, wieder Sturm und Regen. Aber es wurde endlich gesegelt! Dem Wetterchaos geschuldet fanden dieses Jahr erstmalig auch Wettfahrten in der Pötenitzer Wiek statt.

 

Travemünder Woche 2011Am Montag dann endlich besseres Wetter, so ab und an lugte auch mal die Sonne hinter den Wolken hervor. Wind gab es an diesem Tag zwar weitaus weniger, aber dafür eine heftige Strömung auf Bahn Echo. Das Startboot musste tatsächlich die ganze Zeit von einem THW-Boot auf Position gehalten werden musste. Deshalb mussten die Hessen 1 und ihre Besatzung Kurse berechnen und Tonnen (Bubbles) legen. Dank der ständig drehenden Winde konnte das ausgiebig geübt werden. Dies sorgte bei allen Helfern für einen ordentlichen Muskelkater am nächsten Tag. Am Abend kamen dann auch endlich die restlichen hessischen Wasserwachtler an und brachten das zweite Rettungsboot, die Wasserwacht Frankfurt 01, mit.

Der Dienstag begrüßte uns mit strahlendem Sonnenschein, blauem Himmel und weiterhin abnehmenden Winden. Auf allen Bahnen wurde gegen Mittag gestartet und es wurde ein ruhiger und entspannter Tag auf dem Wasser mit viel Sonne. An den nächsten zwei Tagen nahm der Wind weiter ab, Sonnenscheindauer und Sonnenbrandrate dagegen zu.

Travemünder Woche 2011Mittwochabend stand das heiß ersehnte Helferfest auf der Passat an! Auf dem Bugdeck genossen viele die letzten warmen Sonnenstrahlen des Tages und die wunderschöne Aussicht auf das Travemünder Ufer. Es war endlich mal Zeit sich mit den rund 100 anderen Helfern von THW und DRK-Wasserwacht aus ganz Deutschland in Ruhe zu unterhalten, neue Leute kennenzulernen und alte Freundschaften zu pflegen. Das abendliche Feuerwerk bildete einen stimmungsvollen Ausklang des Abends.

Da kam dann der ruhige Donnerstag gerade recht. Einige Helfer hatten sogar noch ein wenig Zeit, den verpassten Schlaf der vorangegangenen Nacht nach zu holen, ehe sie auslaufen mussten. Nach und nach wurden die Wettkampffahrten zwangsweise eingestellt. Bahn ECHO meldete sogar, man stünde kurz vor einer „total FlauteTravemünder Woche 2011“.

Am Freitag wurde die See dann wieder rauer und verlangte Material und Personal so einiges ab. Bei bis zu 2m hohen Wellen waren gute Fahrkenntnisse gefragt. Aber auch die medizinischen Kenntnisse der Helfer wurden an diesem Tag gefordert, wie auch tatkräftiges Anpacken beim Aufrichten der Segelboote. Um mangelnde Winde mussten wir uns an diesem Tag wahrlich keine Sorgen mehr machen.

Der Samstag versöhnte uns jedoch wieder und wir konnten unseren letzten Tag mit einem herrlichen Sonnenbad ausklingen lassen. Nur leider wurde der abendliche letzte Besuch der Festmeile von einem heftigen Regenschauer überschattet.

Und plötzlich war schon wieder Sonntag. Die Rückreise stand auf dem Programm. Nun sind wir alle wieder wohl behütet zuhause und freuen uns auf den Rest der Saison in der Heimat und auf das nächste Jahr an der Ostsee.

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Eva Marie Oberhauser – Wasserwacht Frankfurt/Nordwest